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SKÁLMÖLD – Börn Loka

Band: SKÁLMÖLD
Album:
"Börn Loka"
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 50:59
Release Date: 26.10.2012
Label: Napalm Records
Web: www.skalmold.is
Bewertung: 7,5 / 10

01) Óðinn
02) Sleipnir
03) Gleiðnir
04) Fenrisúlfur
05) Himinhrjóður
06) Miðgarðsormur
07) Narfi
08) Hel
09) Váli
10) Loki
11) Eldur* (Bonus Titel aus der Limited Edition)


skálmöld-börn-loka-cover

Das Debüt-Album “Baldur” der Viking-Metal-Band SKÁLMÖLD aus Island war ein voller Erfolg. Mit ihrem eigenen Stil hat sich die Band in der Szene einen Namen gemacht. Die Band war außerdem bereits auf dem Wacken Open Air und auf der Heidenfesttour 2011 zu sehen und hat dadurch noch mehr Fans gewonnen.

 

Seit Oktober 2012 ist nun endlich auch der Nachfolger der ersten Scheibe erhältlich. Trotz des starken Debüts ist mit dem zweiten Album “Börn Loka” deutlich hörbar, dass sich die Band weiterentwickelt hat. Die Songs wirken viel durchdachter und harmonischer, die Gitarrensoli viel heftiger und melodischer, der Gesang abwechslungsreicher. Die Lieder setzen sich zudem schneller im Kopf fest. Und dennoch könnte auch dieses Album noch ein wenig mehr Feinschliff vertragen.

 

Gleich das erste Lied “Óðinn” wirkt als Opener ein wenig unpassend. Hauptsächlich hört man hier einen hymnischen und kraftvollen Chor singen, untermalt von Schlagzeug und elektrischen Gitarren. Aber Sänger Björgvin Sigurðsson setzt auch hier stellenweise mit seinem gutturalen Gesang ein. Und genau das ist das, was ein bisschen seltsam klingt. Würde man den Chor hier allein singen lassen, würde der Titel viel besser rüberkommen.

Im anschließenden Track “Sleipnir” dagegen krachen die metallischen Elemente in den Vordergrund. In der nordischen Mythologie ist Sleipnir das achtbeinige Ross Odis. Neben den Gitarrenriffs, die hier tatsächlich wie das Galoppieren eines Pferdes klingen, hört man auch das Wiehern eines Pferdes. Das Highlight in dem Song ist eindeutig das Ende mit dem melodischen Gitarrensolo, welches sofort im Kopf hängen bleibt. “Sleipnir” ist einer der stärksten Titel des Albums und kann als Anspieltipp genannt werden.

“Gleipnir” beginnt ähnlich stark, hat aber nur wenig markante Eigenschaften vorzuweisen. Auch hier sticht das Gitarrensolo wieder deutlich heraus. Am Ende setzt der chorartige Gesang aller Bandmitglieder ein. Sonst hat der Titel nichts Außergewöhnliches.

Nahezu fürchterlich und richtig aggressiv wirken die Shouting-Parts im darauffolgenden Lied. Das hätte man sich durchaus sparen können, um dem Song einen harmonischen Charakter zu geben. Der Shouting-Gesang ist zwar später noch mal in anderen Liedern zu hören, kommt aber dort nicht so störend rüber.

Um davon wieder runter zu kommen, folgt ein Stück, welches als solches nicht als Lied bezeichnet werden kann, denn abgesehen von ein paar Gewittergeräuschen, dem Schreien einer Bestie und dem Zustechen einer Klinge ist nichts weiter zu hören.

In “Miðgarðsormur” kommt der viel zu selten verwendete Klargesang zum Einsatz. Dieser klingt mit der isländischen Sprache richtig episch. Es ist schade, dass dieser nur in diesem Lied eingesetzt wurde. Davon kann (oder sollte) die Band künftig auf jeden Fall mehr zeigen.

Es folgen weitere härtere und hörenswerte Songs.

Am Ende des letzten Liedes “Loki” hört man wieder den Chor aus dem Opener “Óðinn” – ein passend gewählter Schluss des Albums.

 

Fazit: Trotz einiger Schwächen haben SKÁLMÖLD mit dem neuen Album “Börn Loka” positive Entwicklung bewiesen. Die Band lässt sich durch ihren einzigartigen Stil schwer mit anderen vergleichen, was eine gute Grundvoraussetzung ist, um Erfolg zu haben. Gibt es beim dritten Album eine ähnliche Steigerung wie vom Debütalbum zum zweiten, dann kann es SKÁLMÖLD noch weit schaffen. Ein Geheimtipp für alle Viking- und Folkmetalheads.


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