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ORCHID – Wizard Of War (EP)

Band: ORCHID
Album:
"Wizard Of War"
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 13:19
Release Date: 22.02.2013
Label: Nuclear Blast
Web: www.orchidsf.com
Bewertung: 7 / 10

01) Wizard Of War
02) Demon's Eyes
03) Albatross

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orchid-wizard-of-war-cover

Nachdem vor kaum einem halben Jahr schon mal eine EP der Doomer aus San Francisco erschienen ist, gibt es jetzt mit „Wizard Of War“ direkt Nachschub. Drei Tracks, von denen zwei schon veröffentlicht sind und der Titeltrack, der einem schon mal das neue Album schmackhaft machen soll. Das tut er allemal, allein über den Sinn und die Hintergründe dieser Veröffentlichung kann man sicherlich streiten.

Musikalisch bekommt man das, was ORCHID ausmacht – abwechslungsreichen Doom mit reichlich Groove und Ohrwurmcharakter. „Wizard Of War“ geht von Anfang an steil nach vorne und die viel zitierten (ja, hier nun nochmals) Sabbath – Referenzen sind einfach nicht von der Hand zu weisen, doch wem macht das schon etwas aus, wenn sie so gut eingesetzt werden wir hier! Die Vocals von Theo Mindell machen sofort klar, wer hier aus den Boxen dröhnt. Der Mann hat einfach ein charakteristisches Organ, dass eine wahre Freude ist. Nach spätestens drei Durchgängen kriegt man den Refrain nicht mehr aus dem Kopf und kann vor Enthusiasmus über die dargebotene Geilheit eigentlich nur noch rumspringen und bangen – vielleicht noch die Luftgitarre rausholen. Der Song dürfte auch live ordentlich Stimmung machen!

Danach wird es psychedelischer. „Demon’s Eyes“ war bisher nur auf einem schwer zu bekommenden Halloween-Sampler zu hören und spielt sich auf einer langsameren Ebene ab als der Titeltrack. Das melodisch-hypnotische Riff lässt einem direkt in die Augen des Dämons schauen und die Qualen spüren, die der gute Theo besingt und die einem durch seine Stimme zum Greifen nah gebracht werden. Wieder ist der Ohrwurmfaktor hoch, bis sehr hoch einzustufen. Eine sehr gute Wahl, da das Lied einen guten Gegenpol zu „Wizard Of War“ bildet.

„Albatross“ kennen wir schon als Rausschmeißer vom Debüt „Capricorn“. Hier wird es zum Ende hin noch mal ruhig und wir hören zu, wie eine Gruppe Menschen mit silbernen Vögeln zum Mars fliegt, um die zerstörte Erde hinter sich zu lassen. Oh, Albatross. Atmosphärisch wage ich dieses Monster fast mit „Planet Caravan“ zu vergleichen, obwohl ich den Sabbath-Vergleich auch nicht zu sehr hervorheben möchte, denn ein eigener Stil lässt sich schon heraushören. Schon auf dem Album eines der Highlights, fügt sich das Lied auch hier sehr gut ein. Die EP wird von Lied zu Lied ruhiger, ohne an Intensität zu verlieren.

Also, rein musikalisch haben wir hier ein Glanzstück des rockigen Dooms vor uns, das jeder mögen wird, der schon „Capricorn“ mochte oder auf benachbarte Bands abfährt. Generell sollte eigentlich niemand, der auf gute Rockmusik steht, hier einen Fehlkauf machen. Eine gute Promo für die neue full-length „The Mouths Of Madness“ (kommt am 26. April) also, auf die nicht nur ich gespannt warte. Ob man nicht vielleicht trotzdem noch eins, zwei weitere exklusive Songs mit auf die EP hätte packen können, bleibt offen.


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