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KULTASIIPI – Metsola

Band: KULTASIIPI
Album:
"Metsola"
Genre: Folkmetal
Spielzeit: 40:43
Release Date: 19.02.2010
Label: Eigenproduktion
Web: www.kultasiipi.de/
Bewertung: 7 / 10

1) Talvellä
2) Metsola
3) Keväällä
4) Laula
5) Kesällä
6) Kultasiipi
7) Syksyllä
8) Soittajapaimen
9) Sudennälkä
10) Kuusenjuuret
11) Huuhkaja
12) Ievan Polkka
13) Kapakka
14) Metsäkukkia
15) Lumimyrsky
16) Jos Mun Tuttuni Tulisi


Kultasiipi-Metsola-Cover

Wie heißt die südlichste Stadt Finnlands? Richtig. Berlin. KULTASIIPI kommen aus unserer Hauptstadt und präsentieren ihr Debütalbum “Metsola”, auf dem Folkmetal mit finnischem Gesang zu finden ist – und das, obwohl NIEMAND aus der Band diese Sprache beherrscht. Sie greifen als Textquelle einfach auf Gedichte zurück. Ein großer Pluspunkt ist, dass im Booklet der CD alle Texte nicht nur auf finnisch abgedruckt wurden, sondern auch die dazugehörigen deutschen Übersetzungen.

 

Auf der Scheibe befinden sich 16 Lieder, wovon jedoch acht lediglich kurze Überleitungsstücke zwischen den “vollständigen” Songs sind. Das ist jedoch nicht unbedingt schlecht zu bewerten, denn dadurch kommt die Stimmung besser zur Geltung. “Metsola” ist nämlich in der finnischen Mythologie ein Waldreich, welches vom Waldgott Tapio regiert wird. In den Überleitungsstücken sind unter anderem Vogelgezwitscher, fließende Gewässer, Windgebläse und leise Fußstapfen auf Laub zu hören. Richtige Instrumentallieder sind es jedoch nicht, da mitunter leise geflüstert wird. Dies erinnert direkt an diesen Wald “Metsola”. Das Cover passt somit nicht nur gut zum Albumtitel selbst, sondern auch zu den Liedern.

Alle Titel gehen fließend ineinander über. In “Kapakka” hört man eine Tür knarren und es wird anschließend in den Song “Metsäkukkia” geleitet, welcher ein Trinklied ist. Offenbar ist also jemand in eine Gaststube eingetreten, in der bereits Stimmung ist. Im Refrain des Liedes wird in einer fröhlichen Schunkelmelodie “gelallt”. Nach dem Lied, während “Lumimyrsky” eingeleitet wird, knarrt wieder die Tür und es ist still. Das ganze Album handelt also offenbar nicht nur von dem Waldreich, sondern scheint auch eine Geschichte zu erzählen. Im Gegensatz zum Feierlied ist “Kuusenjuuret” ein langsamer und melancholischer Titel. Der Band gelingt es unglaublich gut, die richtige Stimmung des jeweiligen Liedes zu übermitteln. Zu den verwendeten Folkinstrumenten zählen Flöte, Akkordeon, Kantele und auch Harfe. Der Text wird von Sänger Tillmanus und Sängerin Finna Björnsdottir ausschließlich klar gesungen ‒ manchmal im Wechsel, manchmal auch gemeinsam. Eine Brise Humppa ist in einigen Songs auch herauszuhören. Mit all dem gestaltet sich das Album sehr abwechslungsreich und es ist schwierig, die Band mit einer anderen zu vergleichen.

Dennoch sind die Songs nicht wirklich überragend und hauen nicht richtig vom Hocker. Die metallischen Elemente sind auf dem gesamten Album ein wenig sparsam eingesetzt worden und teilweise erwecken diese den Eindruck, als wären sie willkürlich eingesetzt. Keines der Lieder animiert tatsächlich zum Bangen. Metalheads, die richtigen Folkmetal suchen, sind wohl bei FINNTROLL oder KORPIKLAANI besser aufgehoben. Wer jedoch seinen Horizont erweitern möchte und generell auf Folk steht, kann sich auch KULTASIIPI zu Gemüte führen und wird sicher nicht enttäuscht werden.


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