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GRAVEYARD – Lights out

Band: GRAVEYARD
Album:
"Lights Out"
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 35:31
Release Date: 26.10.2012
Label: Nuclear Blast
Web: graveyardmusic.com
Bewertung: 8 / 10

1) An Industry Of Murder
2) Slow Motion Countdown
3) Seven Seven
4) The Suits, The Law & The Uniforms
5) Endless Night
6) Hard Times Lovin'
7) Goliath
8) Fool In The End
9) 20/20 (Tunnel Vision)


graveyard-lights-out-cover

Licht aus, Musik an: GRAVEYARD haben wieder zugeschlagen. Auch auf dem neuen Album “Lights out” bekommt man den mittlerweile doch charakteristischen Sound der Schweden zu hören: Bester Retrorock, mit Anleihen einschlägiger Rockbands aus den 70ern, einem Schuss Alternativrock und mal mehr, mal weniger deutlichen Blueseinflüssen. Nicht nur musikalisch wird auf 40 Jahre zurückgegriffen, auch die Produktion erfolgte analog – mit einem hervorragenden Ergebnis. Der Klang ist voll, alle Instrumente kommen hörbar auf ihre Kosten und auch die Stimmung ist dicht.

Mit ordentlichen Riffs beginnt der Opener, „An Industry of Murder“, der schon mal zeigt, dass dem Titel entsprechend kein rein ruhiges oder gar balladeskes Album vorliegt. Gleich der folgende Track, „Slow Motion Countdown“ ist aber deutlich gefühlvoller und geht sehr ins bluesige. Man kennt das ja schon von GRAVEYARD, denkt man nur an den Übersong „Blue Soul“ vom ersten Album zurück. „Seven Seven“  geht wieder mehr nach vorne, glänzt durch cooles Drumming und geht live sicher ziemlich ab. Dass Sänger Joakim Nilsson sich ordentliche die Kehle aus dem Leib schreien kann, beweist „The Suits, The Law & The Uniforms“, eine Abrechnung mit dem System, ein von jeher aktuelles Thema und auch dieser Tage den Zeitgeist perfekt treffend.

Der Höhepunkt des Albums kommt mit dem Ohrwurm „Endless Night“, das sich direkt nach dem ersten Hören in die Hörgänge fräst und auf jeder halbwegs vernünftigen Party die Leute auf die Tanzfläche treiben sollte. Hier hat man auch schon die erste Hälfte des Albums erreicht, die erfrischend kurzweilig durch die Boxen kam. Der zweite Teil beginnt wieder balladesk mit „Hard Times Lovin‘“, welches in die ähnliche Richtung des zweiten Titels geht. Ruhige, gefühlvolle Lieder schreiben können die Jungs von GRAVEYARD. Irgendwie gefallen mir die bluesigeren Songs besser als die schnelleren. Jeder, der schon eine Trennung erlebt hat, wird bei dem Lied wohl mitfühlen können. Mit „Goliath“ mein persönlicher Tiefpunkt des Albums: musikalisch irgendwie nichtssagend, aber zum Glück auch keine 3 Minuten lang. Zum Glück schließt mit „Fool in the End“ wieder ein Song an, der gut ins Ohr geht. „20/20 (Tunnel Vision)“ bildet dann einen artgerechten Albumabschluss, irgendwie ein bisschen wie Katerstimmung nach einer erlebnisreichen Nacht.

Die neue GRAVEYARD wird Fans sowieso gefallen, und auch jeder, der sonst auf ehrlichen Hard Rock steht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Das Album hat Höhen und Tiefen, schwach kann man es aber auf keinen Fall nennen. Die Klasse des Vorgängers wird hier nicht erreicht, was aber auch daran liegen kann, dass man falsche Erwartungen hat: nicht umsonst heißt das Album “Lights Out“. Ruhiger ist es allemal.


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