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FINSTERFORST – #YØLØ

Band: FINSTERFORST
Album:
"#YØLØ"
Genre: Partykram
Spielzeit: 42:17
Release Date: 16.09.2016
Label: Napalm Records
Web: www.finsterforst.de
Bewertung: 5 / 10

01. Bottle Gods
02. Auf Die Zwölf
03. #YØLØ
04. Hangover
05. Wrecking Ball
06. Beat It
07. Der Durch Die Scheibeboxxxer
08. Flasche Leer
09. Das Schlimmste Ist, Wenn Das Bier Alle Ist
10. Wild Rover


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Mit ihrem Song ‘Auf Die Zwölf’ zur Fußball-EM 2016 sorgten FINSTERFORST im Juni dieses Jahres bereits für einige Verwirrung. „Geben die sich jetzt tatsächlich für so einen Schwachsinn her?“ wird sich der ein oder andere geneigte Fan gefragt haben. Nun kommt die neue EP „#YØLØ“ und damit wird das Fragezeichen in dieser Hinsicht sicherlich nicht kleiner.

Statt dem epischen Pagan Metal, wie man ihn sonst von den Badenern kennt, wird hier Partymusik ohne Rücksicht auf Stil und Anstand fabriziert. Beim Anspielen der ersten Songs wird eigentlich direkt klar, dass der musikalische Wiedererkennungswert durchaus da ist. Tendenziell wird das Akkordeon zwar häufiger durch das Saxophon abgelöst, aber die bekannten Stilelemente bleiben sonst, zumindest bei den eigens komponierten Songs, erhalten. Aber mit dem chorartigen Klargesang wird nun eben der Hipstergottheit „Yolo, dem Herrn des Swag“ gehuldigt. Wem bis hierhin immer noch nicht klar geworden ist, wie wenig die Jungs sich mit dieser EP ernst nehmen, sollte dies spätestens bei den Coverversionen auf der Platte mitbekommen. Das geht bereits mit ‘Wrecking Ball’ von Miley Cyrus los. Viele Leute haben schon vergeblich versucht, aus Scheiße Gold zu machen, und auch FINSTERFORST scheitern an dieser Stelle daran, aber der Versuch ehrt sie immerhin. Anschließend kommt eine kleine Dubstep-Einlage, welche das Michael-Jackson-Cover ‘Beat It’ einleitet. Das ist durch die Songvorlage schon erträglicher als der vorherige Track, sticht wie die meisten Metalcover von Popmusik auch nicht durch viel hervor. Interessanter wird dann schon die Neuinterpretation von KIZs ‘Der Durch Die Scheibeboxxxer’, da die aggressive Grundstimmung des Songs als Metalsong tatsächlich ziemlich gut verwertet werden kann. Die Kuckucksuhr im Refrain ist außerdem ein netter Seitenhieb auf die Herkunft der Band. Das anschließende Cover von den Kassierern hat hingegen wiederum keinen besonderen Mehrwert.

Eines muss man FINSTERFORST in jedem Fall lassen: Sie beweisen mit dieser EP Mut, und dass sie die Freiheit besitzen, einfach mal zu machen, worauf sie gerade Bock haben. Andere Bands hätten so eine Scheibe möglicherweise unter einem anderen Namen veröffentlicht, denn auch wenn eigentlich offensichtlich ist, dass diese Veröffentlichung die weitere Diskographie nicht nachdrücklich prägen wird, kommt das nicht unbedingt bei jedem Fan an. Vom Blindkauf in Erwartung einer üblichen FINSTERFORST-Platte ist hier auch deutlich abzuraten. Diese Platte wird polarisieren und wer epische Songs mit Überlänge hören möchte, wartet besser bis zum nächsten Album. Betrachtet man die EP als das was es ist, bleibt leider trotzdem noch recht viel Ausschussware dabei. Für den einen oder anderen Partysong je nach Geschmack erfüllt es aber seinen Zweck.ff-01-cmyk-print600


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