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Die trostlose Zukunft der Konzertfotografen

27. Feb. 2016

Sie schießen ein Bild von sich selbst mit der Spiegelreflex in der Hand. Ganz einfach. Vor dem Spiegel und ohne Blitz – Man muss sich ja von den Handy-Selfies des Pöbels unterscheiden. In hochgradiger Konzentration vertieft, tüfteln sie stundenlang über dem nächsten Problem. Dann ist die Lösung da: “XY Fotografie” – so soll die neue Facebook Seite heißen, auf der die fotografischen Errungenschaften von Welt publiziert werden. Die Kamera dann noch schnell auf Vollautomatik, ein paar Katzen und Hunde geknipst und hochgeladen. Den Feinschliff verpassen die Facebook-Freunde durch ihre kollegialen Likes. Ein neuer Profifotograf ist geboren. Und eine neuer Schuss wurde abgegeben. Auf die ohnehin schon sterbende Zunft der Konzertfotografen.

So sehr es begeistert, dass die Technik auch für Laien erschwinglich geworden ist, und immer mehr Menschen begeistern kann, so deprimierend ist auch die oftmals hoffnungslose Selbstüberschätzung der neugeborenen Knipser. Klar, jeder hat einmal angefangen. Jeder muss lernen. Aber dazu gehört auch der Wille und die Bereitschaft dazu, sich für die ersten gehversuche mit kleinen Konzerten zufrieden zu geben. Im örtlichen Jugendheim, im Kulturtreff, in der Jugendförderung. Leider fehlt dieser Wille häufig.

Da liegt sie doch nun, die teure Spiegelreflex. Da stehen sie doch, die teuren Objektive von Canon, Nikon oder anderen namhaften Anbietern. Die Profi-Ausrüstung ist doch da, wieso sich mit Kleinigkeiten zufrieden geben? Weil eben nicht die Ausrüstung, sondern das Auge hinter der Linse den Profi ausmacht.