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Die GEMA – was Bands wissen sollten

23. Mrz. 2012

Das ewig leidige Thema: die GEMA.

Die GEMA ist ein großes Rätsel (nicht nur) für viele Bands und stets stellt sich die Frage, ob einem als Künstler die Anmeldung mehr Nach- als Vorteile bringt. Denn ihr wollt, dass eure Musik gespielt wird! Seid ihr jedoch GEMA-Mitglied und ist euer Werk bei der GEMA gemeldet, bedeutet dies grob gesagt, dass ihr eine Organisation damit beauftragt für die Nutzung eurer Musik Geld einzutreiben.

Gut für euch – ihr werdet vergütet. “Schlecht” für alle, die eure Musik kommerziell nutzen wollen (also Veranstalter, Radios etc.), weil diese offiziell für die Nutzung zur Kasse gebeten werden. Ohne euch an dieser Stelle die Entscheidung abnehmen zu wollen, stellen wir euch hier kurz die wichtigsten Funktionen beziehungsweise Leistungen der GEMA vor, um euch einen schnellen und fundierten Überblick zu geben.

Was ist die GEMA?

GEMA, das bedeutet Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Sie vertritt die Rechte von Komponisten, Textern und Musikverlegern, also von euch als Urheber (“kreativer Kopf”).
Sie vergibt im Namen und Auftrag ihrer Mitglieder Lizenzen für die Nutzung der urheberrechtlich geschützten Werke an Dritte. Die Rechte an sich verbleiben jedoch vollständig beim Urheber, also bei euch (oder eurem Label, wenn ihr einen Bandübernahmevertrag unterschrieben habt). Dritte beziehungsweise Kunden sind beispielsweise Hotels, Konzertveranstalter und Diskotheken, aber auch Fernseh- und Radiosender. Schließlich übernimmt die GEMA das Inkasso und schüttet also die Erlöse nach Abzug ihrer Verwaltungskosten an die Mitglieder aus.

Wollt ihr euch als Künstler nicht mit der GEMA auseinandersetzen, könnt ihr für die Verwaltungsarbeit einen Verlag oder ein Label zwischenschalten. Oft ist es jedoch so, dass ein Verlag bis zu 40% der Ausschüttungen der GEMA einbehält!

Weg der Lizenzierung:
Urheber (kreativer Kopf/Musiker) → [Verlag/Label] → GEMA → Musiknutzer (Radio, Diskothek, Konzertveranstalter etc.)

GEMA vs. GVL

Die GEMA regelt die angemessene Vergütung beziehungsweise Auszahlung von Tantiemen (gleich: Beteiligungen) der “kreativen Leistung des Urhebers”. Seid ihr zum Beispiel Songwriter, führt eure Stücke aber nicht selbst auf, erhaltet ihr trotzdem eine Vergütung jedes Mal wenn euer Song (ggf. von einer anderen Band) gespielt wird.
Die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) regelt die angemessene Vergütung bzw. Auszahlung von Tantiemen der “handwerklichen Leistung des ausübenden Künstlers (Interpret)”. Wenn also ein Musiker ein Stück (das er nicht zwingend selbst geschrieben haben muss!) aufführt, kann er Zahlungen von der GVL erhalten.

Geld für Künstler/Bands

Das Urhebergesetz besagt, dass prinzipiell nur der Urheber selbst berechtigt ist, sein Werk wirtschaftlich zu verwerten. Erlaubt er jedoch einem Dritten seine Werke zu nutzen, hat er dafür das “Recht auf eine angemessene Vergütung”. Die GEMA stellt auf ihrer Internetseite ihren aktuellen Verteilungsplan zur Verfügung. Darin könnt ihr genau sehen, für welche Art der Nutzung eurer Musik ihr welchen Betrag erhaltet (nach Abzügen der Verwaltungsgebühren der GEMA!). Leider gibt es keine Tabellen mit pauschalen Werten, sondern eine recht komplexe Abrechnung mit verschiedenen Variablen.

Generell gilt, dass die Höhe der Ausschüttung für die Nutzung eines bestimmten Musikwerkes von den folgenden Faktoren abhängt:

– den Anteilen des Berechtigten am betreffenden Werk
– der Punktebewertung des betreffenden Werkes
– dem Punktewert im jeweiligen Geschäftsjahr
– der sogenannten PRO-Abrechnungsbasis des betreffenden Werkes im jeweiligen Geschäftsjahr

Die Anteile des Berechtigten am Werk sind schnell geklärt: Wenn ein Song nur auf ein Bandmitglied angemeldet ist, erhält dieses 100% der Ausschüttungen für diesen Titel. Analog verhält es sich bei mehreren Personen, die für Musik und/oder Songtext bei der GEMA Ansprüche erheben können. Ob man jedoch den Text oder die Musik geschrieben hat, wird auch ncoh gewichtet.
Die Punktebewertung der GEMA erfolgt aufgrund verschiedener Kriterien, bei denen zum Beispiel die Länge des Titels eine Rolle spielt und wie viele Musiker zur Aufführung nötig sind (man denke an Orchestermusik). Ein weiterer wichtiger Punkt ist hierbei die Unterscheidung zwischen U-Musik (Unterhaltung) und E-Musik (ernsthafte Musik). U-Musik wird in der Regel häufiger gespielt und erhält daher meist weit niedrigere Punktewerte als E-Musik, wodurch von der GEMA versucht wird ein wenig Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen.

Das PRO-Abrechnungssystem ist eine Geschichte für sich. Wegen der großen Unterschiede in der Höhe der Tantiemen, die durch dieses System begünstigt werden, steht es stark in der Kritik und ist bis zum heutigen Tage nicht von der Mitgliederversammlung gebilligt worden – obwohl das eigentlich notwendig ist. Genauere Informationen zum PRO-Abrechnungssystem stellen wir gerade für euch zusammen.

GEMA-Anmeldung

Die GEMA-Mitgliedschaft kostet 25,56 € im Jahr, plus eine einmalige Aufnahmegebühr von 60,84 € bzw. 121,69 € für Musikverleger. Mitglied kann keine komplette Band, sondern immer nur eine Einzelperson werden.
Alle Anmeldeformulare erhaltet ihr auf der Seite der GEMA.

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