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04.05.2012: DIE APOKALYPTISCHEN REITER, Lindau

18. Mai. 2012

Nach sieben Studioalben erschien 2011 das Best-Of Album der fünf APOKALYPTISCHEN REITER. Aktuell reiten sie durch Europa und verkünden die Apokalypse. Zu Beginn ihrer Tour traten sie unter anderem in Frankreich, den Niederlanden und Spanien zusammen mit den EMIL BULLS aus München und MALRUN aus Dänemark auf. Für die deutschen und österreichischen Termine sowie für den Schweizer Termin supportet die Band KONTRUST aus Wien anstelle der EMIL BULLS.

Die erste Station für Deutschland war am 04.05. im Club Vaudeville in Lindau. Obwohl es eigentlich 20:30 Uhr beginnen sollte, eröffneten MALRUN bereits 20:10 Uhr die Show. Glücklicherweise war der Club zu dem Zeitpunkt schon ziemlich voll.

Die fünf Dänen begannen mit dem Song “Face to the Unknown” von ihrer im März erschienenen Platte “The Empty Frame. Es dauerte nicht lange, bis das Publikum Gefallen an dem groovigen Sound der Band gefunden hatte. Besonders beeindruckend war die Stimmvielfalt von Sänger Jacob Løbner. Stellenweise sang er sogar durch ein Megaphon, was die ganze Sache noch interessanter gestaltete. Aber auch die anderen vier hauten ordentlich in die Saiten und rissen das Publikum mit. Es fanden sich sofort einige vor der Bühne zusammen, die ihren Kopf bei der Mucke nicht stillhalten konnten. Nach zirka 40 Minuten Spielzeit waren neun beeindruckende Lieder geschafft. MALRUN haben es auf jeden Fall erreicht, das Publikum anzuheizen, und waren somit eine gut gewählte Vorband.

Während eines kurzen Umbaus wurden zwei Banner aufgestellt mit dem Motto “Second Hand Wonderland” – dem Albumtitel der folgenden Band KONTRUST. Gegen 21 Uhr hörte man auch bereits die ersten Klänge der sechs Österreicher. Die Band bietet neben dem normalen Schlagzeug noch einige Percussioninstrumente. Dazu kommen Gitarre, E-Bass und weiblicher und männlicher Gesang. Dies erinnert sofort an das SAFRI DUO gemischt mit hartem Metal – und es war wahnsinnig überzeugend. Das Publikum tobte und auch die Bandmitglieder hatten offensichtlich Spaß. In einigen Liedern performte Sänger Stefan Lichtenberger Sprechgesang. Man kann die Musik daher beim Crossover angrenzend am Nu Metal einordnen. KONTRUST waren ebenso gut als Vorband gewählt, denn sie haben den Club in knapp 50 Minuten zum Kochen gebracht.

Nachdem das Sextett aus Österreich die Bühne verlassen hatte, wurde diese mit einem grauen Vorhang verdeckt. Dahinter wurde umgebaut und die Instrumente noch ein letztes Mal gestestet. Nachdem das Publikum bereits sehnsüchtig die Band forderte, begann dann 22:15 das Intro der REITER abzuspielen. Es war die Schlussrede aus dem Film “Der große Diktator” von und mit Charlie Chaplin. Das Lied “Vom Ende der Welt” vom Album “All You Need Is Love” knüpfte daran an und der Vorhang fiel zu Boden. Dank der beiden beeindruckenden Vorbands brauchte das Publikum keine Minute, um zur Musik abzugehen. Während ihrer Show spielten DIE APOKALYPTISCHEN REITER querbeet durch ihre Diskografie, so wie es sich zu einer GREATEST OF THE BEST-Tour gehört. Leider hat sich die Bühnenshow zur letzten Tour nicht viel verändert, was jedoch nicht weiter schlimm war. Dr. Pest (Keyboard) wütete wieder auf seiner Schaukel, wie man es nicht anders von ihm kennt. Zwischendurch schoss man Konfetti ins Publikum und bei “Revolution” schwang Sänger Daniel Täumel die Fahne, was ebenso zur Tradition geworden ist. Auch das Schlauchboot kam bekannterweise beim Song “Seemann” wieder zum Einsatz und hatte dieses Mal leider keinen so glücklichen Abgang. Verletzt wurde aber niemand. Obwohl treue Fans die ganzen Showeinlagen bereits kennen, macht es immer wieder Spaß sie zu sehen. Innovativ war jedoch, dass Sänger Daniel Täumel sich beim Lied “Die Schönheit der Sklaverei” in Ketten legen ließ und er während des Liedes damit kämpfte. Am Schluss des Songs lag er dann regungslos am Boden und wurde von Bühnentechnikern von der Bühne getragen – natürlich alles nur Show. Wenige Sekunden später war er wieder putzmunter und stürzte sich später selbst noch als Stagediver in die Menge.

Bei “Reitermania” wurde zu einer Wall of Death aufgerufen, kurz bevor die letzten Zugaben gespielt wurden. Abschließender Song war “Die Sonne scheint”, zu dem auch jemand aus dem Publikum auf die Bühne kam und seine Sonne präsentieren musste.

Ziemlich genau um 23:45 Uhr endete das Konzert. Im Foyer vom Club Vaudeville war anschließend noch eine kleine Aftershowparty im Gange, was einige Gäste dazu animierte, sich noch ein Getränk zu bestellen und beim Merchandise-Stand noch mal zu schauen. Hier konnte man außerdem an einem Gewinnspiel teilnehmen, indem man Vorschläge für den Onlineshop der APOKALYPTISCHEN REITER anbrachte. Zu gewinnen gab es lebenslangen freien Eintritt zu jeder Show der Reiter.

Fazit: Es war ein sehr gelungenes Konzert. MALRUN und KONTRUST passten super ins Bandpaket und heizten das Publikum vor den REITERN ordentlich an.

DIE APOKALYPTISCHEN REITER selbst boten wieder mal eine klasse Show, auch wenn die Showeinlagen nicht neu waren. Vielleicht erwartet uns ja bei der nächsten Tour mal was Neues und Überraschendes.

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